Mit dem dritten Teil „Leb gut“ vollendet die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Einrichtungen der Familienbildung die Konzeption FiF Familie in Form. Darin geht es schwerpunktmäßig um die elterliche Verantwortung für die Gesundheit ihrer Kinder im Bereich Stressbewältigung. Das Manual ist erhältlich als Loseblattsammlung "Leb gut" und als Ordner Konzepte und Modelle für die Elternbildung FiF Familie in Form mit den modularen Elterntrainings "Iss gut", "Lauf gut" und "Leb gut". (Link auf Bestellformular )
Ute Lindemann-Degen, Pädagogin des Kath. Forum für Erwachsenen- und Familienbildung Krefeld-Viersen beurteilt die Veröffentlichung der BAG:
"Leb gut" ist überschrieben als „Ein modulares Elterntraining im Bereich Stressbewältigung“. Wer jetzt eine Vermittlung von Entspannungstechniken erwartet, wird zwar im Anhang fündig, sieht sich aber einem ganz anderen Ansatz gegenüber. Der Grundtenor lautet: Familien bestimmen, was zu ihrem guten Leben gehört. Sie bestimmen, wo ihre persönlichen Stressoren liegen und sie bestimmen, welche individuellen Wege die jeweilige Familie zu einem guten Leben führen. Das Seminar bietet dafür grundlegende Informationen. Es leitet zu einer reflexiven Haltung an und führt - ausgehend von der Erfahrung und dem Erlebten der Teilnehmenden - zu den Fragen: Was ist für mich gutes Leben? und Wie gelange ich dorthin? Es wird Vertrauen in das eigene Können erarbeitet, in die Fähigkeit, Dinge in die Hand zu nehmen und Lebensformen selber gestalten zu können.
Den vier Kursteilen plus einem Nachtreffen ist ein ausführlicher Theorie-Teil vorangestellt. Dort findet die Seminarleitung Informationen zu der Frage „Was ist Stress?“ und zu den Themen Bedürfnis-Wahrnehmung, Bedürfnis-Reflexion, Bedürfnis-Befriedigung. Weitere Themen sind Rituale, die Entwicklung des Kindes von der pränatalen Phase bis zur Schulphase und Elternwerte. Dabei wird auch beleuchtet, dass Werte und das, was Eltern unter guter Elternschaft verstehen, von der Milieu-Zugehörigkeit abhängig sind. Die Reihenfolge der im Theorie-Teil behandelten Themen erschließt sich dabei nicht zwingend.
Die vier Kurseinheiten sind alle positiv überschrieben und besonders die erste Einheit „Willkommen im guten Leben“ hat einen einladenden Charakter. Damit wird den Eltern von Anfang an eine positive Grundstimmung mitgegeben. Unterstützt wird diese Grundstimmung durch die Hinweise zur Raumgestaltung und Rahmengestaltung des Seminars.
Alle Einheiten sind ähnlich aufgebaut. Sie bestehen aus Wahrnehmungsübungen, Reflexion bestehender Verhältnisse, Information, Diskussion, Zieldefinition für neue Vorhaben und Aufgabe für die nächste Woche. Besonders durch die Zieldefinition bekommen die Inhalte und die persönlichen Veränderungsideen der Eltern eine andere Verbindlichkeit.
Dieser Verbindlichkeit dient auch das Nachtreffen. Verhaltensänderungen werden reflektiert, evtl. neu zugeschnitten und besprochen. Eltern werden darin bestärkt, dass sie Schritte auf ihr „gutes Leben“ zugehen können.
Wie auch bei den anderen Modulen zuvor, können einzelne Kurseinheiten auch in anderen Seminar-Reihen oder Eltern-Kind-Kursen eingesetzt werden.
Auffallend ist, dass alle Kurseinheiten die Eltern bei ihren Erfahrungen und ihrem Erlebten abholen und nicht mit einem „erhobenen Zeigefinger“ daher kommen. So geschieht Bildung mit Freude und Nachhaltigkeit, weil Eltern nicht gebildet werden, sondern den Boden bereitet bekommen, sich selber zu bilden.