Am 27.08.2008 fand im Maxhaus Düsseldorf die zweite Fachtagung der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Einrichtungen der Familienbildung zu der Studie „Eltern unter Druck“ statt. Die wichtigsten Ergebnisse dieser sozialwissenschaftlichen Untersuchung von Sinus Sociovision im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) wurden von Christine Henry-Huthmacher, Koordinatorin Frauen- und Familienpolitik der KAS vorgestellt und erläutert.
Eltern sehen sich heute unter vielfältigem Druck hinsichtlich
-Zeit
-Organisation
-Leistung im Beruf
-Vereinbarkeit von Familie und Beruf
-Erfolg der Kinder in der Schule
-Erziehungsarbeit
-Sozialer Identität und neuer Elternrolle / Partnerschaftsdruck
-Finanzieller Mittel
Viele Eltern sind angesichts dieses Drucks und der hohen Erwartungen verunsichert und gestresst.
Eltern der verschiedenen Milieus reagieren unterschiedlich auf diesen Druck:
-Die Etablierten gehen den Druck offensiv an.
-Die Bürgerliche Mitte versucht, allen Ansprüchen unter großen Opfern gerecht zu werden.
-Die Konsum-Materialisten versuchen, den Druck zu umgehen
Im Verlauf der Tagung wurden die zentralen Befunde der Studie auf dem Hintergrund der Arbeit in Familienbildungseinrichtungen reflektiert.
Ihren zentralen Auftrag, Familien in ihrem Erziehungs- und Lebensalltag zu stärken und zu begleiten, setzen Familienbildungseinrichtungen bereits vielfältig und mit großem Erfolg um. Mit ihrem ressourcenorientierten Ansatz und einer wertschätzenden und liebevollen Haltung ist sie für Eltern in verschiedenen Milieus eine Partnerin auf Augenhöhe. Das wurde deutlich an Beispielen von Elterntrainings für Mütter aus dem Kontext der Sozialpädagogischen Familienhilfe oder verschiedensten Angeboten für Alleinerziehende, die einen besonderen Unterstützungsbedarf haben.
Es wurde deutlich, dass die Familienbildung über Erfahrungen und Konzepte verfügt, gerade auch bildungsferne und sozial schwache Menschen niedrigschwellig zu erreichen. Dies gelingt in Netzwerken mit anderen Partnern und bei gemeinsamer Anstrengung.