Hauptamtliche Mitarbeiterinnen aus Einrichtungen der Familienbildung trafen sich am 17./18. September 2008 im Erbacher Hof in Mainz, um das Lebensweltkonzept der Sinus-Milieus zur Analyse ihrer beruflichen Praxis in der Eltern-Kind-Arbeit kennen zu lernen und zu nutzen.
Mit Thomas Becker von der Katholisch-Sozialethischen Arbeitsstelle Hamm war als Referent ein überaus sachkundiger Kenner der sozialwissenschaftlichen Milieuforschung gewonnen worden. In einem multimedialen Vortrag nahm er die Teilnehmerinnen mit auf eine „virtuelle Deutschlandreise“, in der es Begegnungen mit vertrauten, aber auch eher fremden Lebenswelten gab.
Vorgestellt wurden soziale Identität, Sinnperspektiven, Lebensziele und –ziele, ästhetische Vorlieben und Abneigungen, Bildungsmotivation und Verhalten in Lernsituationen der verschiedenen Milieus
Im Fokus standen dabei auch immer das Selbstverständnis von Frauen und Männern in ihren Rollen als Mütter und Väter.
Der Besuch der Mainzer Familienbildungsstätte war dann eine praktische Übung der konkreten Milieuverortung: die Räumlichkeiten, ihre Ausstattung, Plakate und Bilder wurden mit der „Sinus-Brille“ analysiert.
Auch andere Teilnehmerinnen hatten die Möglichkeit, anhand mitgebrachter Fotos ihre Eltern-Kind-Gruppenräume unter die „Sinus Lupe“ zu nehmen.
In einem weiteren Schritt ging es um die Frage der Verortung der einzelnen Einrichtungen in ihrem jeweiligen sozialräumlichen Umfeld und die Konsequenzen daraus für die Gestaltung von Räumen und Veranstaltungsflyern einerseits und die Begleitung und Qualifizierung von Gruppenleiterinnen andererseits. Die Aufgabe der Einrichtungen wird sein, die zentralen Botschaften der Eltern-Kind-Gruppenarbeit passgenau für einzelne Zielgruppen zu formulieren.