Bedarf an Unterstützung und Begleitung besteht quer durch alle Bildungsgruppen und Lebensformen.
Familienbildungseinrichtungen beschäftigten sich mit zukünftigen Anforderungen, Formaten und Themen für Bildungsangebote für junge Familien.

Zukünftige Anforderungen an Bildungsangebote für junge Familien standen im Mittelpunkt einer Tagung für hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Einrichtungen der Familienbildung am 26. und 27.01.2010 in Mainz. „Familienbildung ist auf einem guten Weg, sich auf die veränderten und außerordentlich differenzierten Bedingungen von Familie und Kindheit einzustellen“, so die Referentin Prof. Uta Meier-Gräwe von der Universität Gießen. Es ist weiter daran zu arbeiten, passgenaue Settings für eine gelingende Elternschaft zu kreieren, die an den Ressourcen von Müttern und Vätern ansetzen und das Fachressortdenken zwischen verschiedenen Professionen im familialen Umfeld konzeptionell wie faktisch überwinden.

Elternschaft und das alltägliche Zusammenleben mit Kindern sind zu Beginn des 21. Jahrhunderts außerordentlich vielfältig: Während die einen mit dem Anspruch einer partnerschaftlichen Arbeitsteilung Eltern werden, zur „Professionalisierung“ von Elternschaft tendieren und um verlässliche Alltagsarrangements zwischen Familie und einer qualifizierten Berufstätigkeit für beide Partner ringen, andere in traditionelle Geschlechterrollen „hineinschlittern“ oder sich bewusst darauf einlassen, bedeutet Eltern zu werden in bildungsfernen Milieus oft die Verstetigung von multidimensionalen Armutslagen, was ein gelingendes Aufwachsen von Kindern nachweislich erschwert, zumal nach Trennung oder Scheidung.

Ein Bedarf an Unterstützung und Begleitung besteht quer durch alle Bildungsgruppen und Lebensformen. Und dabei erhält die Familienbildung, so berichtete Frau Meier-Gräwe, in jüngster Zeit auch Unterstützung von Bildungsökonomen.
Der Nobelpreisträger für Ökonomie, James Heckman, hat bei seiner Erforschung der Bedeutung früher Förderung aus wirtschaftlicher Sicht die Bedeutung nicht kognitiver Fähigkeiten betont: „Es geht darum, den Charakter zu bilden und die kleinen Kinder zu motivieren… das ist viel wichtiger, als sich ausschließlich um kognitive Fähigkeiten zu kümmern“ (FAZ vom 17.8.08). Er hat Kosten für frühkindliche Bildungsprogramme den Folgekosten im Sozial-, Gesundheits- und Justizhaushalt gegenübergestellt, die einer Gesellschaft im weiteren Lebensverlauf von Kindern entstehen, wenn solche Investitionen in Frühförderung und Bildung nicht vorgenommen werden. Seine Bilanz ist beeindruckend: die größte Rendite ist bei kind- und familienunterstützenden Programmen zu erwarten, die dem Schulbesuch zeitlich bereits deutlich vorgelagert sind und Eltern durch Familienbildung konsequent einbinden. Außerdem sind solche Erträge bei Kindern aus benachteiligten sozialen Herkunftsmilieus deutlich höher als bei Kindern, die über einen bildungsstarken Familienbackground verfügen.

Die Diskussionen während der Tagung stellten die Anforderungen an Bildungsangebote für Familien in prekären Lebenssituationen in den Mittelpunkt. Leider blieb kaum Zeit, sich intensiver mit den Bedürfnissen der Eltern zu beschäftigen, die viel Zeit und Geld in die Erziehung und Bildung ihrer Kinder investieren.

In einem weiteren Teil der Tagung ging es um das Familienbild in den Köpfen und Herzen derjenigen, die Bildungsangebote für junge Familien konzipieren, planen und durchführen.
Häufig gibt es große Diskrepanzen zwischen den Lebenssituationen der Hauptamtlichen und der Honorarkräfte in den Familienbildungseinrichtungen und den Lebenslagen der Teilnehmenden. Die Hauptamtlichen reflektierten die Auswirkungen dieser Familienbilder auf ihre Arbeit, auf die Angebote und auf die Auswahl von Honorarkräften. Sie tauschten sich über ihre Strategien aus, sich über den Strukturwandel von Familie und Kindheit zu informieren und mit ihren Honorarkräften dazu zu arbeiten.

 
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Praxishilfen für die Familienbildung:

Altersbildung im Kontext der Familienbildung

Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung - Umsetzung des §8a SGB VIII

Alles rund um Qualitätshandbücher,  Praxishilfen und Magazine der Kath. Bundesarbeitsgemeinschaft für Einrichtungen der Familienbildung
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