Familienbildung erhöht das Hoffnungspotenzial für Eltern und Kinder

Diese zentrale Aussage präsentierte Prof. Sigrid Tschöpe-Scheffler, FH Köln, in ihrem Grundsatzreferat während der Jahrestagung der Kath. BAG für Einrichtungen der Familienbildung den 43 Teilnehmenden.
Dazu müssen, ergänzte Prof. Renate Zimmer, Universität Osnabrück und Direktorin des nifbe e.V.  in einem ihrer kritischen Kommentierungen, unverdächtige Situationen in der Familienbildung geschaffen werden, damit Eltern und Kinder, besonders aus prekären Lebenslagen, schneller Hemmschwellen überwinden und Angebote der Einrichtungen verstärkt nutzen.

Die diesjährige Tagung, die am 2./3. Juni in der Katholischen Familienbildungsstätte in Osnabrück stattfand, hatte das Thema: Bindung- Beziehung- Bildung: Familienbildung trifft Wissenschaft. Während der zwei Tage diskutierten drei renommierte Wissenschaftlerinnen mit den Leitungskräften der Familienbildung aus dem gesamten Bundesgebiet. Dabei betonte Prof. Fabienne Becker- Stoll, Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP) München, in ihrem Einführungsvortrag, dass eine sichere Bindung zu Mutter und Vater, die im ersten Lebensjahr grundgelegt wird, langfristige Konsequenzen in Bezug auf das innere Arbeitsmodell des Kindes hat. Feinfühliges Verhalten der Eltern beeinflusst positiv die funktionelle Entwicklung des kindlichen Gehirns, so Prof. Becker-Stoll weiter. Familienbildung kann Eltern befähigen, feinfühlig zu sein. Dies kann u.a. durch Wissensvermittlung und Sensibilisierung für die kindlichen Bedürfnisse und praktische Lebenshilfe geschehen.

Die drei Professorinnen beobachten und begrüßen einen deutlicher werdenden Paradigmenwechsel in der Familienbildung, der sich von starren Kursangeboten hin zu Projektangeboten öffnet, die die Eltern dort abholen, wo sie sich gerade in ihrem Lebensverlauf befinden. Frau Prof. Zimmer verstärkte durch ihre Rolle der kritischen wissenschaftlichen Beobachterin und Kommentatorin einerseits zentrale Aussagen ihrer beiden Kolleginnen. Darüber hinaus verdeutlichte sie aus ihrer Sicht als Direktorin des nifbe noch einmal die wachsende Bedeutung der Frühen Hilfen und dabei die zentrale Rolle der Familienbildung.